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Hund

Wie ich auf den Hund kam | Wie es ist einen Auslandshund aufzunehmen

Hund rennt auf Wiese

Da es viele Menschen gibt, die sich fragen wie es ist einen Auslandshund aufzunehmen, statt einen beim Züchter zu kaufen teile ich hier nun meine Erfahrungen nach über einem Jahr mit einem Hund aus dem Ausland. 🙂

Es ist ein absolut persönlicher Erfahrungsbericht, der nur für mich und Aileen gilt! Natürlich freue ich mich wenn Ihr hier auch Eure Erfahrungen beitragt!

Und Achtung: Es wird lang!

  1. Der Wunsch nach einem Hund war schon immer da
  2. Eine Rumänin sollte es werden | Entscheidung für den Auslandshund
  3. Das Abholen vom Auslandshund
  4. Hürden sind zum Überwinden da
  5. Aller Anfang ist schwer

Der Wunsch nach einem Hund war schon immer da

In meiner Familie war unser einziges Haustier ganze 19 Jahre lang eine kleine Wildkatze, ein zierliches und ziemlich kratzbürstiges Biest. Dennoch begleitet mich seit meiner Kindheit der Wunsch nach einem Hund. Woher dieser Wunsch stammt weiß ich nicht, denn in unserer Familie gab es keine Hunde und Kontakt zu diesen gab es nur im Urlaub auf einem Bauernhof in Bayern. Früher musste es unbedingt ein Collie sein. 😀 Ich habe mir damals bei Sternschnuppen gewünscht irgendwann, wenn es die Situation zulässt, einen Hund zu haben.

Viele Jahre später, nachdem ich ausgezogen war und alleine lebte zog als erstes eine Katze bei mir ein. Aus dem Tierheim natürlich! Denn für einen Hund hatte ich keine Zeit. Einen Arbeitstag von 8 Stunden wollte ich keinem Hund antun.

Getigerte Katze auf Zebradecke

Pünktchen (eingezogen 8. Oktober 2014)

Mit dieser Katze habe ich eine perfekte Ergänzung für mich gefunden. Sie passt so gut zu mir und schläft immer ganz nah bei mir (oder auf mir) im Bett. 🙂

Als mich dann das Schicksal zu einem neuen Job „zwang“, dem ein Umzug zu Mann und Haus vorangingen, flammte wieder der Wunsch eines Hundes in mir auf. Denn in meinem neuen Job konnte der Hund mit zur Arbeit gehen!

Eine Rumänin sollte es werden | Entscheidung für den Auslandshund

Zuerst schaute ich natürlich auf Tierheimseiten in der Umgebung. Das ich keinen Welpen wollte stand für mich von Anfang an fest. Denn erstens hatte ich keinerlei Hundeerfahrung und zweitens wollte ich einem erwachsenen heimatlosem Tier ein schönes zu Hause geben. Wie das so ist spielt bei der Wahl des Hundes zwangsläufig auch die Optik eine Rolle – auch wenn man versucht mehr nach Charakter zu wählen. Der Hund muss einem ja auch gefallen. 😉

Zudem musste ich erst einiges an Überzeugungsarbeit bei meinem Freund und seiner Familie leisten (denen gehört das Haus in dem wir wohnen), bis es zumindest ein „wenn es sein muss“ ergab. Aber auch das kam erst sehr kurzfristig, als der Hund fast schon unterwegs war.

Leider wurde ich auf den Tierheimseiten in unserer Umgebung nicht fündig, viele Hunde brauchten erfahrene Hundehalter und mein Freund war schon sehr wählerisch bei der Auswahl, auf gar keinen Fall sollte es ein Hund mit kurzem Fell sein. Und zu klein ebenfalls nicht. Und eine Hündin sollte es sein. Bei dem meisten stimmte ich ihm auch zu. 😉

Ich weiß gar nicht mehr genau wie, aber ich stieß dann auf eine Seite die Hunde aus einem großen Tierheim in Rumänien vermittelt. Viele der Hunde sind ehemalige Straßenhunde, viele wurden aus Tötungsstationen befreit. Als ich mich dort eine Weile umsah fielen mir sofort eine Handvoll Hündinnen auf, die in die engere Auswahl kommen könnten.

Nach langem hin und her mit meinem Freund, stand der Entschluss fest: Aileen sollte es werden. Beschrieben war sie auf der Seite als lieb und vorsichtig, sie sollte etwa 2-3 Jahre alt sein. Also wurde angefragt, ein Fragebogen zu uns ausgefüllt und wenige Tage später stand schon eine Frau, die Gabi, zur Vorkontrolle vor der Tür.

Gabi hatte einige Monate vorher selbst aus dem Tierheim in Rumänien einen Hund aufgenommen und erzählte von ihren Erfahrungen und was auf uns zu kommen kann. Sie machte uns klar, dass eine Wundertüte zu uns kommen wird. Der Hund kann ganz anders sein als beschrieben, ganz anders als man sich das „wünscht“. Wir sollten keine Erwartungen haben, man müsse sich überraschen und darauf einlassen. Und man müsse wissen, dass ganz schön viel Arbeit auf einen zukommt.

Nach diesem sehr ausführlichen und lehrreichen Gespräch brodelte es in unseren Köpfen. Vermutlich mehr in meinem. Denn es sollte mein Hund werden, ich wollte ihn ja. Können wir dem Hund gerecht werden? Kriegen wir all das ohne Vorwissen über Hunde hin? Man stellt sich doch irgendwie alles viel einfacher vor und glaubt auch ganz entspannt über jede Hürde zu kommen.

Rasend schnell fischte ich bereits den Vertrag aus dem Briefkasten, dabei hatte ich noch gar nicht verbindlich zugesagt und meine Anfrage bzgl. Katzen Verträglichkeit war noch nicht beantwortet. Im Vertrag stand bereits ein Einreisedatum, dass sehr kurzfristig war. Etwas schockiert war ich dann doch. Es war noch gar nichts vorbereitet, ich hatte noch nicht einmal Urlaub eingereicht.

Die Kommunikation mit der Vermittlerin war das was mich leider etwas enttäuscht hat. Klar kann ich verstehen, dass die Hunde schnell ausreisen sollen, damit neue Hunde gerettet werden können, aber vorher sollte nachgefragt werden WANN es passt damit alles angemessen vorbereitet werden kann und Fragen, wie die nach der Katzen Verträglichkeit sollten beantwortet werden.

Nachdem ich den Einreisetermin noch nach hinten schieben konnte bereitete ich alles vor und ich war soooo aufgeregt!

Das Abholen vom Auslandshund

Eine Bekannte wollte mich begleiten, beim Abholen von Aileen an der ausgemachten Raststätte. Die Hunde wurden im Transporter transportiert.

Bei Abreise der Hunde aus Rumänien erfuhr ich noch kurzfristig von meiner Vermittlerin, dass ich eine Box bräuchte für den Transport, denn Aileen wäre panisch geworden als sie in die Box im Transporter gebracht wurde. Eine Box hatte ich natürlich nicht, der Hund sollte mit Gitter abgesichert in den Kofferraum. Aber so musste ich nun noch schnell am Tag vor Aileens Ankunft eine Box organisieren, die in meinen Kofferraum passte. Aber das klappte glücklicherweise total schnell.

Sonntag früh, am 1. Mai war es dann soweit. Der Transporter sollte „unsere“ Raststätte erreichen. Die Bekannte die ich vorher eingesammelt hatte und mit mir wartete erwies sich noch als Segen. Denn sie ist Amerikanerin und spricht dementsprechend fließend Englisch. Die Rumänen aus dem Transporter riefen nämlich an, wir waren zwar beide auf der richtigen Raststätte, jedoch auf der anderen Seite der Autobahn. Dank der Bekannten fuhr wenige Augenblicke später der Transporter zu uns auf den Parkplatz. Ich war immer noch soooo aufgeregt.

Nun also wuchteten die beiden sehr freundlichen Männer die Gitterbox mit Aileen zu meinem Auto und sorgten dafür, dass sie von der Gitterbox in meine ging. Dann händigten sie mir den Pass aus. Sie sah so klein, kümmerlich und verängstigt aus. :'( Sie pinkelte erst einmal auf das Kissen auf dem sie lag und wir machten uns auf den Heimweg.

Auslandshund in Hundebox im Auto

Angekommen im neuen Heim – Erster Blick aus dem Kofferraum

Zuhause angekommen trug ich die Box mit Aileen erst einmal in unser Wohnzimmer und öffnete das Gitter. Die Box wollte sie nicht verlassen, sie war unsicher, aß aber direkt aus meiner Hand. <3

Auslandshund / Hund in Box wird aus Hand gefüttert

Ankunft im neuen Heim (01.05.2016) – Die erste Kontaktaufnahme

Hürden sind zum überwinden da 😉

Nach ein paar Tagen haben wir Aileen ein Geschirr (Sicherheitsgeschirr! Ist meiner Meinung nach Pflicht bei einem Auslandshund/ehemaligen Straßenhund) anziehen können und mit etwas Hilfe ist sie dann das erste mal draußen gewesen. Von da an war das rausgehen kein Problem mehr und nach etwa einer Woche war sie dann auch stubenrein.

Die ersten zwei Wochen schlief ich bei Aileen im Wohnzimmer im Erdgeschoss, unser Schlafzimmer ist in der 1. Etage. ich hatte zwei Wochen Urlaub genommen, damit ich Zeit für sie hatte.

Nach zwei Wochen musste sie mit zur Arbeit fahren, also erstmal ins Auto. Da machte sie einen Bogen drum, aber mit der richtigen Motivation (gutes Futter) klappte es innerhalb eines Tages, dass sie ins Auto hüpfte. Ich war so stolz! 😀 Auch im Büro klappte es gut, nach anfänglicher Aufregung lernte sie schnell zur Ruhe zu kommen und zu entspannen.

Aller Anfang ist schwer

Für einen Hundeanfänger wie mich kostete die erste Zeit sämtliche Nerven. Inzwischen bin ich viel entspannter geworden und habe einiges gelernt und weiß besser mit gewissen Dingen umzugehen.

Ich gebe zu: ich habe mir alles einfacher vorgestellt! Dennoch bin ich so glücklich einen Auslandshund aufgenommen zu haben und nun einen so tollen Hund mit all seinen Macken an meiner Seite zu haben. Ich gebe sie nie wieder her, denn ich habe mein Herz in diese süße Maus, Trantüte, Dreckspatz, verrücktes Huhn, kleines Monster und Rennmaus verloren. Sie ist total durchgeknallt, fast immer fröhlich (wenn sie ausgeschlafen ist) und liebt (die meisten) Menschen. Bei Hunden ist sie unsicher und braucht Zeit um diese kennenzulernen. Dann schließt sie aber gerne Freundschaften und tobt für ihr leben gern.

Wer also einen Hund aus dem Ausland zu sich nach Hause holt, sollte offen sein für das was kommt und nicht zu viel am Anfang erwarten, seine Erwartungen zurückschrauben. Mit Geduld und liebe bekommt man alles hin. 🙂

Frau gibt Hund Leckerei auf Wiese

Erster großer Spaziergang (05.05.2016)

Hund in Bett

Arbeiten ist soooo anstrengend!

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Liebe auf den ersten Blick… ähhh schnuff!

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Beste Sonntagsbeschäftigung!

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Böööööser Maiskolben…. aber auch so lecker!

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Lieblingsbeschäftigung: Buddeln!

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Lieblingsbeschäftigung: Spielen

Auslandshund im Wald

Waldspaziergang: Wo ist der nächste Hase?

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